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Patagonienprojekt

Patagonienprojekt

Die Torres del Paine im chilenischen Patagonien, geformt aus magmatischen Granitintrusionen im kreidezeitlichen Sediment, geben ihre mineralogischen und vulkanologischen Geheimnisse nur preis, wenn man über Material aus den Granittürmen verfügt. Für die Wissenschaftler der Uni Lausanne werden junge Schweizer Hochleistungsalpinisten die Steine aus den senkrechten Felswänden holen. Auf eine Anfrage der Uni Lausanne und des SAC hin hat sich die Schweizerische Stiftung für Alpine Forschung bereit erklärt, diese alpinistisch-wissenschaftliche Expedition finanziell zu unterstützen.



Ausgangslage/Projektbeschrieb

Es ging dabei um ein von der Universität Lausanne initiiertes Projekt, mit dem Daten über geologisch junge Granitintrusionen gesammelt werden sollten. Das Gebiet, das diesbezüglich die aufschlussreichsten Informationen liefern sollte, waren die Berge im Chilenischen Torres-del-Paine-Nationalpark. Da die Gesteinsproben in den senkrechten und extrem wetterexponierten Wänden nur von bestausgewiesenen und alpinistisch erfahrenen KletterspezialistInnen gesammelt bzw. herausgeschlagen werden konnten, ergab sich eine Zusammenarbeit zwischen UNI Lausanne und dem SAC, der dazu eine Expedition mit einer exklusiven Auswahl junger AlpinistInnen zusammenstellte. (vgl. Beilage Fotokopie aus Schweizer Nationalfonds, Horizonte Nr. 73, Juni 2007, S.10 ff, das Schweizer Forschungsmagazin


SSAF-Interessen und Finanzierung

Die Finanzierung erfolgte zum einen Teil durch den SAC, zum anderen wurden insbesondere seitens des SAC verschiedene Bergsportfirmen sowie auch Stiftungen angegangen.


Die SSAF sagte ihre Unterstützung sowohl für die Expedition als auch für ein nachfolgendes Filmprojekt zu. Dies nicht zuletzt im Sinne der Stiftungsziele, insbesondere Projekte zu unterstützen, die alpinistische und wissenschaftliche Zielsetzungen optimal vereinen.


Medienarbeit und Imagewerbung

Als Bedingung für den SSAF-Beitrag wurde eine detaillierte Vereinbarung über die Leistungen bezüglich der Erwähnung und der Medienpräsenz der SSAF erstellt.

Die SSAF hat schliesslich noch Aufkleber mit dem Stiftungssignet herstellen lassen, die im kleineren Format auf die Helme der Teilnehmer kamen und in grösserem Format auf die Zeltaussenwände angebracht wurden.

Damit konnte die SSAF ihre Präsenz an der Expedition dokumentieren.


Wissenschaftliche und publizistische Ergebnisse/Problematik

Die Ausbeute der gesammelten Proben erwies sich als wissenschaftlich hochinteressant und zeigte neue Perspektiven auf.

Leider ist seitens der SSAF festzuhalten, dass in den Berichten der Medien stets die alpinistische Zusammenarbeit zwischen dem SAC und der UNI Lausanne im Zentrum stand. Die SSAF wurde dabei kaum erwähnt.


Fazit

  • Praktisch ergeben sich in einem solchen Fall seitens der SSAF kaum Möglichkeiten Druck auszuüben, damit in einem solchen Fall die Stiftung prominent erwähnt wird. Zumindest, wenn der Anteil der SSAF nicht in einer solchen Höhe ausfällt, dass sie quasi als „Hauptsponsor“ die Bedingungen diktieren kann.

  • Anderseits hat die SSAF mit ihrem Beitrag an die Patagonien-Jugendexpedition ihren Anspruch angemeldet und deponiert, dass sie den jugendlichen Alpinismus unterstützt und mithilft, Jugendlichen eine Chance zu geben. Sie ist damit bei der ersten alpinistischen SAC-Jugendexpedition überhaupt dabei gewesen.

  • Ebenso hat die SSAF hier ein Projekt unterstützt, das für die Zukunft noch interessante – auch wissenschaftliche – Perspektiven eröffnen kann. Es ist wichtig hier am Ball zu bleiben und vom SAC und der UNI Lausanne die Resultate der Ergebnisse einzufordern um diese gegebenenfalls auch unsererseits „vermarkten“ zu können.


Nachtrag

FILMPREIS: "Höhenflug" von Roman Droux erhielt den Prix du public am Festival du Film des Diablerets 2008 (www.fifad.ch)