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AlpFUTUR - Zukunft der Sömmerungsweiden in der Schweiz

 

 

Gesömmerte Tiere; Diemtigtal, BE © Chiara Calabrese, 2011; AlpFUTUR - Agroscope ART

Im Rahmen des Verbundprojektes alpFUTUR der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL versucht das Teilprojekt ÄlplerInnen die wesentlichen Bestimmungsfaktoren für einen attraktiven Arbeitsplatz 'Alp' zu identifizieren. Durch die Erhaltung der Sömmerungsgebiete wird einerseits eine bergspezifische Berufsgattung gefördert und andererseits der kulturlandschaftsabhängige Anteil der alpinen Artenvielfalt vor dem verwaldungsbedingten Exitus bewahrt.


Ursprünglich wurde das Teilprojekt ''ÄlplerInnen'' vom Projektleiter Dr. Stefan Mann und von der Dissertantin Chiara Calabrese als rein sozioökonomische Analyse der Bestimmungsfaktoren für die Attraktivität des Arbeitsplatzes Alp konzipiert. Dank der Unterstützung durch die Schweizerische Stiftung für Alpine Forschung konnten in die Fragenkataloge, die den Alp-ArbeitgeberInnen und Alp-ArbeitnehmerInnen vorgelegt wurden, je 11 relevante Fragen zur ökogerechten Erhaltung der Sömmerungsgebiete eingebaut werden, womit auch dem sozioethischen Aspekt der Bewahrung der alpweidenspezifischen Biodiversität gesondert Rechnung getragen wird.


Am Jahresworkshop von AlpFUTUR im Oktober 2012 in Lavin (GR) präsentierte Projektleiter Stefan Mann das eher unerwartete Ergebnis der ÄlplerInnen-Befragung: Bei der Entscheidung für den Standort Alp haben die nichtmonetären Aspekte für das Alppersonal einen höheren Stellenwert als die monetären. Das ''Alpleben'' wird höher gewichtet als der Alplohn. Bei den Zusatzumfragen über oekokonforme Alpbetriebsweise gaben über 50 Prozent der Befragten an, dass sie eine Wiedereinführung des Tagwerkobligatoriums begrüssen würden; jenes Instruments also, das am besten geeignet ist, die Alpweiden vor Vergandung oder Verwaldung zu bewahren.


Ebenfalls von der SSAF unterstützt wurde die Filmreportage ''Sommerzeit'' von Pascal Gmür über den Alltag der ÄlplerInnen. Einen weiteren Unterstützungsbeitrag erhielt das von AlpFUTUR unabhängige Projekt ''ÄlplerInnenbuch'' von Daniela Schwegler.